Duftsäckchen, Lavendelsäckchen selbst nähen
Anleitung für ein Duftsäckchen mit Lavendel
Schritt-für-Schritt-Anleitung und Bilder für die Handarbeit

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fertiges Lavendel-DuftsäckchenLavendelduft ist allgemein beliebt. Lavendel erfüllt Wohnräume mit Sommerduft, sorgt für einen mottenfreien Kleiderschrank, und kann gegen Einschlafstörungen wirken.
Bevor Sie jedoch ein Lavendelsäckchen verschenken, vergewissern Sie sich, ob der Beschenkte Lavendelduft mag. Es gibt Menschen, denen dieser Duft nicht behagt.

Als Füllung für einen Duftbeutel kommen alternativ auch Kräuter oder Gewürze in Frage, je nach Lieblingsduft des Beschenkten.

Die Einfassung des Duftsäckchens erfordert zwar etwas Handarbeit, macht das Geschenk jedoch besonders dekorativ.
Soll der Stoff nicht eingefaßt werden, weil die Handarbeit zu mühselig ist, kann der Stoffrand mit einer Schneiderschere/ Stoffschere sauber abgeschnitten werden. Besser geht es mit einer Stoff-Zackenschere, die mit ihrem Zackenschnitt ein hübsches Zick-Zack-Profil in den Stoffrand schneidet.
Zackenschere - schneidet Stoffe im Zackenschnitt mit Zick-Zack-Profil

Nähzubehör für rundes Duftsäckchen:

  • Stoffrest ca. 25x25 cm - gut geeignet sind weiche, dünne Stoffe aus Baumwolle z.B. Batist, vorgewaschener Nessel, alte Herrenoberhemden oder Damenblusen, ausgediente Baumwoll-Bettlaken oder Stoffreste. Weiche Stoffe sind anschmiegsam und lassen sich leicht zum Beutel formen.
  • Schrägband für die Einfassung (bei den Kurzwaren im Stoffhandel, Kaufhaus) - es paßt sich sehr gut runden Formen an.
    Maße für das Schrägband bestimmen (Breite, Länge)
    Schrägband selbst nähen, z.B. aus Stoffresten
  • Nähgarn
  • Nähnadeln oder Nähmaschine

Nähanleitung Duftsäckchen

Zuerst den Stoff ohne Weichspüler waschen, damit er keinen Eigengeruch hat. Nach der Wäsche glattbügeln.

Essteller als SchnittmusterDen Stoff auf eine feste Unterlage legen, Essteller mit ca. 24 cm Durchmesser als Schnittmuster für den Kreis benutzen, den Teller umgedreht auf den Stoff legen, den Umriß mit einem Bleistift oder Schneiderkreide auf den Stoff zeichnen und den Kreis ausschneiden. Das geht am saubersten mit einer Stoffschere/ Schneiderschere.

Dann die Länge und gewünschte Breite des Schrägbands berechnen.
Die Längsseiten des Schrägbands zur Mitte einschlagen und mit dem Bügeleisen fixieren. Das Einschlagen verhindert ein Ausfransen, das Bügeln erleichtert das spätere Nähen.

Haben Schrägband-Reste nicht die benötigte Länge, die Reste vor dem Umschlagen einfach zusammennähen und Nähte ausbügeln. Je Naht 2 cm zur berechneten Gesamtlänge hinzurechnen (gilt für 1 cm breite Naht).

Nun das Schrägband zur Hälfte einschlagen, so dass die vorher eingeschlagenen Seiten innen liegen. Das ganze Band nochmals bügeln.

Das Schrägband mit Stecknadeln am Stoffrand fixieren (die umgeschlagenen Seiten liegen innen) und in Handarbeit mit Steppstich oder der Nähmaschine zusammennähen.

Empfehlenswert ist, die beiden Teile abschnittsweise zusammenzunähen, das verhindert ein Verrutschen der Einfassung und des Stoffes.
Nur ca. 6-8 cm fixieren, dann zusammennähen. Danach die Stecknadeln entfernen, neu fixieren und nähen.

Die weiße Linie auf dem Bild markiert die Nählinie dicht am Rand der Einfassung.
Beim Nähen mit der Nähmaschine eine kleine Stichweite wählen - auf einer Skala von 1-6 mit 2,5 nähen. Entweder über die Stecknadeln rübernähen, da diese quer zur Nährichtung stecken oder die Nadeln herausziehen, sobald der Nähmaschinenfuß den Stoff erfaßt hat.

Am besten sehr langsam nähen, damit Stoff und Einfassung nicht verrutschen und die Nähnadel nicht abbricht, falls sie doch eine Stecknadel trifft. Beim langsamen Nähen kann das Nähen rechtzeitig gestoppt und die Stecknadel herausgezogen werden.

Während des Nähens den Stoff zwischendurch immer wieder drehen, damit die Nählinie in gerader Linie zur Nadel zeigt. Dazu die Nähnadel im Stoff belassen, Feststellhebel für den Nähmaschinenfuß lösen, Stoff bis zur richtigen Position leicht drehen, Hebel wieder feststellen und weiternähen.
Das Ende des Bandes ca. 1 cm über den Anfang lappen lassen und doppelt vernähen.

Den fertig eingefaßten Stoffkreis anfeuchten und bügeln, damit die Löcher der Stecknadeln verschwinden. Mit dem Schrägband ist der Stoffkreis einigermaßen rund geblieben.

Den getrockneten und geschnittenen Lavendel in die Mitte geben (ca. 10 g). Den Stoff zu einem Säckchen formen und mit einem Geschenkband, einer Kordel oder einem Stoffband zubinden.

Das Lavendelsäckchen z.B. im Bücherregal oder Kleiderschrank aufbewahren. Der Lavendelduft kann mit seiner beruhigenden Wirkung auch bei Einschlafstörungen helfen, wenn das Säckchen im Kopfbereich deponiert wird.

Läßt der Duft nach einiger Zeit nach, den Beutel mehrfach zusammendrücken, dann entfaltet sich der Lavendelduft wieder neu.

Berechnung der Maße für das Schrägband

Die Breite des Bandes bestimmt, wieviel von der Einfassung später sichtbar ist. Durch das zweimalige Umschlagen der Ränder, bleibt nur ¼ der ursprünglichen Breite als Einfassung sichtbar (Breite durch 4 teilen).
Ist eine bestimmte Einfassungs-Breite gewünscht, muß diese mit 4 multipiziert werden, um die Gesamtbreite des Schrägbands zu bestimmen.

Beispiel:

  1. Aus einem 4 cm breiten Band ergibt sich 1 cm sichtbare Einfassung
    In dieser Anleitung wurde ein 2 cm breites Schrägband verwendet, so dass als endgültige Einfassung nur noch 0,5 cm sichtbar sind.
  2. Ist die gewünschte Breite der Einfassung 0,75 cm, muß das Schrägband 3 cm breit sein (0,75 cm x 4 = 3 cm)

Die Länge des Schrägbands ergibt sich aus dem Kreisumfang. Eine Online-Berechnung des Kreisumfangs bietet www.thomas-jahnke.de/technik/umrechnungen/Rechner-kreis.htm
Zur Berechnung einfach einen Wert eingeben (Radius oder Durchmesser).

Beispiel:
Ein Kreis mit 24 cm Durchmesser hat einen Kreisumfang von 75,4 cm, mit Sicherheitszugabe von ca. 2 cm muß das Schrägband 77 cm lang sein.

Schrägband selber machen

Die gekauften Schrägbänder sind einfarbig. Möchten Sie den Stoff mit einem gemusterten Band einfassen, können Sie das Band wie folgt selbst herstellen:

  • Berechnen Sie die gewünschte Breite und erforderliche Länge des eigenen Schrägstreifens.
  • Wählen Sie einen sehr dünnen Stoff oder Stoffrest aus - durch das Umschlagen der Ränder wird das Schrägband sonst zu dick.
  • Zeichnen Sie die Breite und Länge mit Lineal und Bleistift oder Schneiderkreide auf dem Stoff vor, und zwar diagonal zur Laufrichtung des Stoffes.
    Einfacher ist eine selbstgefertige Vorlage für den Streifen aus festem Papier oder Karton, die auf den Stoff übertragen wird.
  • Schneiden Sie den Streifen am besten mit einer Schneiderschere/ Stoffschere heraus.
  • Reicht die Länge nicht aus, schneiden Sie soviele gleichbreite Streifen aus dem Stoff heraus, wie für die erforderliche Länge notwendig sind. Sicherheitshalber zu der berechneten Gesamtlänge ca. 2 cm addieren + 2 cm für jede Naht.
  • Streifenteile jeweils am Ende rechts auf rechts legen und von der linken Seite 1 cm vom Rand zusammennähen. Die Nähte ausbügeln, um das spätere Nähen zu erleichtern (sieht dann auch besser aus).
  • Nun das zusammengenähte Band wie oben beschrieben zwei Mal umschlagen und jeweils bügeln.